Hochkarätiges Expertengespräch der CSU Unterhaching zur Nachhaltigkeit bei heimischen Unternehmen:

Florian Hahn MdB: „Ökologie und Ökonomie miteinander versöhnen!“

„Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten Themen der Gegenwart und betrifft weite Bereiche unseres Lebens und Wirtschaftens“, erklärte der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn. Gleichzeitig sei Nachhaltigkeit ein wichtiger Baustein für ökonomischen Erfolg geworden, auch weil Verbraucher mehr denn je Wert auf nachhaltige Produkte legten. Sie stelle für viele Unternehmen und die Politik aber auch eine Herausforderung dar. „Wir sind überzeugt, dass Ökologie und Ökonomie keinen Widerspruch darstellen müssen, sondern Hand in Hand gehen“, so der CSU-Ortsvorsitzende Klaus Weidlich. Nach einem Grußwort von Staatsministerin Kerstin Schreyer, MdL diskutierten auf der Bühne Florian Hahn, Michael Durach, Geschäftsführer der Develey Senf & Feinkost GmbH, die mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 ausgezeichnet wurde, Altan Günsoy, CEO der Global Climate GmbH, Christian Böhm, Vice President der SFC Energy, und Susanne Röder, Vorsitzende des Gewerbeverbandes Unterhaching.

 

In einer spannenden Debatte sprachen die Teilnehmer über nachhaltiges Wirtschaften, die Verbindung von Ökologie und Ökonomie und die Schritte, die hier im Landkreis bereits konkret realisiert wurden, aber auch darüber, wo noch Nachholbedarf besteht. Michael Durach berichtete von einfachen, aber wirksamen Maßnahmen, wie der Reduzierung der Anzahl der Drucker, die Optimierung der Leuchtmittel, die Verwendung klimaneutralen Papiers oder die Einführung eines „Lift-freien Tages“ in der Firmenzentrale. Zusätzliche Schritte, etwa die klimafreundliche Umstellung der Produktionsprozesse und Lieferketten, benötigen mehr finanzielle Mittel. Jedoch, so der Develey-Geschäftsführer, sei dies der einzige Weg, mit dem sein Traditionsunternehmen über mehrere Generationen hinweg seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werde. Heute verbreitete Maßnahmen, wie etwa Ausgleichszahlungen für den CO2-Verbrauch am Ende des Geschäftsjahres, hält Michael Durach für weniger effektiv. Wichtiger sei es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den nachhaltigen Veränderungen zu überzeugen und gemeinsam mit ihnen CO2 im Unternehmen konkret einzusparen.

Bevor Unternehmen ihre Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit verbessern, müsse eine umfassende Analyse durchgeführt werden, meinte Altay Günsoy. Seine Firma, die ebenso wie Develey bereits mit Umweltpreisen ausgezeichnet wurde,  stellt Unternehmern eine Software zur Verfügung, die den ökologischen Fußabdruck aus den Echtwerten des Unternehmens vollständig messbar und damit transparent macht. Darauf aufbauend kann gezielt und effizient Energie gespart und die Umwelt geschont werden.

Christian Böhm, Vice President der SFC Energy, stellte eine Brennstoffzelle vor, die bereits im Landkreis München als nachhaltige Alternative zu Dieselgeneratoren vielfältig im Einsatz ist. SFC Energy produziert neben Wasserstoff-Brennstoffzellen auch solche, die mittels Methanol klimafreundlich betrieben werden können. Böhm betonte vor allem den Schwerkraftverkehr: In diesem sei der Einsatz von Batterien nur schwer realisierbar, die Brennstoffzelle dagegen die effiziente Lösung. Florian Hahn, der das Unternehmen schon mehrfach besucht hatte, berichtete, dass der Landkreis München auch als Wasserstoff-Region vom Bundesverkehrsministerium gefördert werde. Auch mit Verweis auf die örtlichen Geothermie-Projekte stellte der Bundestagsabgeordnete fest: „Der Landkreis München ist ganz weit vorne mit dabei, wenn es um klimafreundliche Alternativen zu den fossilen Brennstoffen geht!“

Susanne Röder als Vorsitzende des Gewerbeverbandes Unterhaching wies darauf hin, dass in einer Umfrage das Thema Nachhaltigkeit von lokalen Unternehmen zwar als wichtig eingestuft wurde, allerdings derzeit die Belastungen durch die Corona-Pandemie umfangreiche Investitionen in diesem Bereich unmöglich machen würden. Auch deswegen, so Florian Hahn, sei es von grundlegender Bedeutung, dass Unternehmen von der Politik zwar gefordert, aber nicht überfordert werden. Die Lenkungsfunktion der Politik muss immer im Einklang mit den Möglichkeiten der Wirtschaft stehen. Er hebt auch die globale Dimension hervor: An der deutschen Wirtschaft hängen weltweit Millionen Arbeitsplätze, insbesondere auch in Entwicklungsländern. Eine Entschleunigung unserer Gesellschaft, wie es etwa die Aktivisten von Fridays for Future fordern, treffe die Menschen in diesen Ländern daher besonders schwer. Deutschland habe international eine große Verantwortung und auch eine Vorbildfunktion: Scheitert Deutschland auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, werden andere Länder diesen Weg gar nicht erst beginnen. Gerade deswegen sei es von elementarer Bedeutung, dass Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen.